Es gibt nur wenige Risikofaktoren für Brustkrebs, die beeinflussbar sind. Der Alkoholkonsum, den Krebsexperten seit Jahren kritisch beobachten, scheint ein solcher Faktor zu sein.
Jetzt aber bestätigen umfassende Daten in einer großen wissenschaftlichen Studie, dass es vor allem der Alkohol ist, der das Brustkrebsrisiko in erheblichem Maße beeinflusst. Dafür wurden innerhalb der so genannten EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) fast 300.000 Frauen im Alter von 35 bis 75 Jahre aus ganz Europa beobachtet. Die Frauen berichteten, wie viel Alkohol sie zu Studienbeginn tranken und wie viel sie früher zu sich genommen hatten.
6,5 Jahre danach wurden die Frauen wieder untersucht. Bei 4.285 von ihnen hat sich in der Zwischenzeit ein invasiver Brustkrebs gebildet. Die Forscher hatten dann tatsächlich einen Zusammenhang gefunden. So lassen bereits 10 Gramm Alkohol pro Tag das Brustkrebsrisiko um 7 Prozent steigen. Bei mehr als 19 Gramm steigt es um 13 Prozent. Die höchste Risikosteigerung wurde in der Gruppe derjenigen festgestellt, die 30 bis knapp 40 Gramm Alkohol täglich trinken, ihr Risiko hat sich auf 36 Prozent erhöht! Zum Vergleich: 20 Gramm Alkohol entspricht knapp einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein. Es kommt aber nicht darauf an, ob die Frauen Wein, Likör oder Bier trinken – allein die Menge macht es. Doch eine gute Nachricht: Eine dauerhafte Absenkung der täglichen Trinkmenge senkt auch das Brustkrebsrisiko wieder.
Darüber, wie dieser Zusammenhang zustande kommt, wird noch diskutiert. Schon vorher war bekannt, dass Alkoholkonsum mit einem höheren Sexualhormonspiegel einhergeht. Die Forscher vermuten nun, dass diese durch Alkohol künstlich erhöhten Östrogenkonzentrationen die Brustkrebsgefahr erhöhen.
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